Leben in der Vergangenheit

Ich lebe heut in der Vergangenheit,
erinnere mich an die Zeit zu zweit,
an den Weg, den wir beide gegangen,
so fest aneinander gehangen.

Ich rieche das Wasser, die Wiese, den Wald.
Ich spüre den Wind, die Sonne, den Halt.
Ich fühle die Wärme, die Hoffnung, das Licht,
Mach die Augen dann auf, Dich seh´ ich heut nicht.

Ich träume dann in den Tag hinein,
stell´ mir vor, wie schön könnt´ es heute sein,
hör deine Stimme, die zärtlich zu mir spricht,
Mach die Augen dann auf, Dich hör´ ich heut nicht.

Meine Gedanken, sie fliehen aus der realen Welt,
und ich spüre, wie deine Hand mich hält,
nehme dich in den Arm, ich spüre ein Licht.
Mach die Augen dann auf, Dich spür´ ich heut nicht.

Zauberwelt

Zauberwelt – voll Gefühl,
hör mir zu, nichts ist still.
Regt in mir sich dies und das,
habe Angst und habe Spaß.

Zauberwelt – voll Phantasie,
Ziel so fern, erreichbar nie.
Doch der Weg ist süß und schwer,
reizvoll, ich brauch´ immer mehr.

Zauberwelt – voll Harmonie?
sie liebt ihn und er liebt sie.
Funkeln in den Augen leben,
alle Wärme weitergeben.

Zauberwelt – voll Heiterkeit,
wandeln, fliegen, stets zu zweit.
Lachen, necken, fröhlich sein,
es ist so groß, man selbst ist klein.

Zauberwelt – unsagbar schön,
kann nicht ohne Dich hingeh´n,
müssen sie zu zweit erhalten,
laß den Zauber nicht erkalten.

Warum Du

Warum ich? So fragtest Du mich einst,
doch ich konnte es Dir nicht sagen.
Warum mir? Es klang wie ein Vorwurf fast,
Fragen, immer wieder Fragen.

Habe nachgedacht über das WARUM,
kann es Dir so schlecht beschreiben,
glaubte, hab die Antwort gefunden
doch die Worte wollten nicht bleiben.

Mein Gefühl für Dich, das ist eben so,
es ist gut, es ist warm und auch schön,
bin, wenn ich Dich sehe viel mehr, als nur froh,
hab im Traum Dich schon oft gesehn.

Du bist so zärtlich in deinem Wesen,
verständnisvoll, einfühlsam, lieb.
Du kannst in meinen Augen lesen,
meine Wünsche und was davon blieb.

Manchmal gibst du mir das Gefühl
für dich unendlich wichtig zu sein.
Doch dann bist Du wieder eher kühl,
bleibst mit Wünschen ganz allein.

Dann schau ich aufmerksam nur dich an,
und du erzählst mir, ganz ohne ein Wort,
ziehst mit deinen Blicken mich in deinen Bann,
sagst mir, bitte geh niemals fort.

Beziehungen?

Manchmal brauch ich sehr lange, bis ich endlich kapier´,
wie steht ein Mensch denn wirklich zu mir.
Meist gehe ich von dem Schlechtesten aus
Und finde nur selten was anderes raus.

Doch wenn es geschieht, ist´s beständig dann,
vielleicht fangen Freundschaften immer so an.
Aber grade hab ich ´ne Erfahrung gemacht,
die hätte mich fast umgebracht.

Bis vor kurzem hab ich noch an Dich geglaubt,
Du hattes mir meine Sinne geraubt.
War fest überzeugt, daß Du in mich verliebt,
zweifelte mehr an mir, daß es so etwas gibt.

War mir sicher, daß Du empfindest für mich
Fast so tief und stark, wie ich für Dich.
Doch nun stelle ich fest, es war alles nur Show,
Du hast mich verletzt, verarscht sowieso.

Zu keiner Zeit war ich wichtig für Dich,
Was Besonderes, so nanntes Du mich.
Doch ins Geheimen warst Du immer froh,
wenn ich nicht gerade zu Dir floh.

Deine Nähe

Viele Menschen um mich, kenn ich alle recht gut,
nur ein falsches Wort und ich komme in Wut,
Regt mich alles auf, bin unzufrieden mit mir,
ziehe mich zurück und träum mich zu Dir.

Es wird warm um mich rum, spüre Deine Kraft,
Du bist Energie, hab es fast geschafft.
Leute kommen und gehen, ich bin freundlich und lieb,
und ich denke an Dich, was mich dahin nur trieb.

Führ´ Gespräche ohne Ende, interessieren mich kaum,
werd´ erdrückt von Ratschlägen, es ist so eng hier im Raum.
Ich roll mich zusammen, einem Igel gleich,
spür erleichtert Deine Nähe, Deine Liebe ist weich.

Doch auch Unsicherheit ist da zu spüren,
denke oft, willst mich in die Irre führen.
Und ich weiß nicht genau, wie stehst Du wirklich zu mir,
ich weiß nur, Du bist dort und ich bin hier.

Frag die Karten, frag den Wind, frag den Mond, frage mich,
warum nur erreiche ich Dich scheinbar nicht.
Höre ständig Dein Herz so wie meines schlagen,
find aus dem Dschungel nicht raus, Fragen über Fragen.

Spüre dann doch genau, hab Dein Herz längst erreicht
Und dann weiß ich, daß Deines dem meinem gleicht.
Denk in dem Augenblick, Du denkst auch grad´ an mich,
starr das Telefon an, aber es klingelt nicht.

Hindernisse ohne Ende, so groß ist die Zahl,
möchte liebevoll sein, so ist´s eine Qual,
möchte mich an Dich kuscheln, Deine Nähe spüren,
doch im Augenblick glaub ich zu erfrieren.

Enttäuschung

Tränen in den Augen, Tränen im Gesicht,
sage bitte niemals, ich wußte es ja nicht.

Steine tief im Herzen, Steine in der Brust,
doch behaupte niemals, Du hättest nichts gewußt.

Kummer ohne Ende, Kummer überall,
wolltest´s gar nicht wissen, so liegt wohl der Fall.

Zitter´ am ganzen Körper, habe endlos Angst,
habe Hilfe nötig, hab´ gehofft, Du kannst.

Sind Gedanken viele, sind Gedanken schwer,
wollte mit Dir reden, fehlst mir heut so sehr.

Forderungen große, stelle ich an mich,
und wenn es noch so schwer ist, aufgeben werde ich nicht.

Hatte große Ziele, sind jetzt nur noch klein,
denke nicht an morgen, bin für mich allein.

Brauche meine Kräfte, brauch sie jetzt total,
sehe mich abstürzen, einfach freier Fall.

Hörte Deine Stimme, die einst zu mir sprach,
muß mich wohl besinnen, werde langsam wach.

Hatte eine Hoffnung, ein Wunschtraum, riesig stark,
nun die Last der Meinen ich alleine trag.

Möchte aber glauben, besser – wissend sein,
daß ich im Gedanken bin nicht ganz allein.

Hoffnung bringt auch Zweifel, Zweifel machen Angst,
Angst bestimmt mein Leben, mich nicht mehr erlangst.

Weiß es sehr zu schätzen, Du warst für mich da,
ist es nun vorüber? Ist es wirklich wahr?

Das Gefühl tief in mir, ist da, es ist nicht tot.
Brauch Nähe, brauche kein Verbot!

Ich habe keine Tränen mehr

Ich habe keine Tränen mehr,
fühle mich ausgelaugt und entsetzlich leer,
habe Angst vor dem Tag und auch Angst vor der Nacht,
frage häufig mich, was hat es gebracht.

Durch die Hölle hab ich mein Kind gejagt,
habe ich einmal nur es nach dem Wollen befragt?
Habe immer versucht, es zu motivieren,
einen neuen Stich ins ICH zu riskieren.

Woher nehm´ ich das Recht,
bin als Mutter ich schlecht,
warum ließ ich die Qualen zu?
Immer wieder: Leben sollst Du!

Schlaflose Nächte, Schreie vor Schmerz,
hab ich je gefragt, nach seinem Herz?
Habe stets gehofft, daß die Heilung nah,
warum sind jetzt neue Schmerzen da.

Will Dich nicht verlieren,
und ich werd’s probieren,
brauche Deine Stärke, Deinen Mut,
glaube dran, es wird wieder gut.

Neuer Schock, Diagnose,
Nebenwirkung, Dornen der Rose,
Reparabel? Schwer zu sagen,
neue Ängste, neue Fragen.

Weiß nicht, kannst Du es ertragen,
muß die Wahrheit Dir doch sagen,
´s ist Dein Leben, das betroffen
und es bleibt nur wieder hoffen.

Angst bestimmt schon lang mein Leben,
Angst um Dich, wird sich nie geben.
Angst vor neuen Schrecklichkeiten,
sehne mich nach bess´ren Zeiten.

Wird ich Deine Hochzeit sehen?
Mit Deinen Kindern spielen gehen?
Mit Dir um die Wette laufen,
mich mit Dir zusammenraufen?

Hätte gerne eine Antwort, doch der Ausgang ist noch offen,
Bleibt in diesen schweren Tagen nur die Möglichkeit zu hoffen.

Himmel und Hölle

Und ich hab die ganze Nacht
Wieder nur an Dich gedacht.
Halbschlaf war mir nur vergönnt,
wenn Dein Herz ich erreichen könnt´.

Möchte Dich fühlen so nah wie im Traum,
mit Dir allein sein, ein Traum nur wie Schaum.
Ging einst davon aus, daß es schnell vergeht,
doch ich hab keine Chance, das Gefühl besteht.

Besteht alle Proben, auf die ich es stellt,
übersteht alle Zweifel, problemlos und schnell.
Hab da noch ein Gefühl, das Du sendest mir,
ich kann es nicht glauben, möchte nah seien Dir.

Seh Dich vor mehr steh´n, Du nimmst mich in den Arm,
Sorgen gleiten von mir, fühl mich sich´rer und warm.
Doch da werde ich plötzlich herausgerissen,
doch ich will nicht, möchte umarmen und auch küssen.

Lasse einfach geschehen, was halt g´rade passiert,
habe plötzlich Angst, meine Seele erfriert.
Schaue schnell auf die Uhr, melde Dich, bitte bald,
kann es kaum noch erwarten, mir ist heiß und ist kalt.

Und mich quälen Gedanken, sag, wie stehst es mit Dir,
hab ein Gefühl, eine Ahnung, doch ich glaube nicht mir.
Doch ich möchte es glauben, es wär einfach zu schön,
könnte ich ohne Fesseln gemeinsam mit Dir gehen.

Ein gut gehüteter Schatz

Ich habe was, was du nicht weißt,
so etwas zumeist Geheimnis heißt,
es ist tief in mir, ganz weit da drin,
nur dieses ETWAS weiß, wie ich bin.

Es liegt so tief, unerreichbar fern,
aber du würdest es erreichen gern.
Doch ich laß es nicht zu, lasse niemanden ran,
weil man mich dann nicht verletzen kann.

Nicht mal selber kenn ich die Lage genau,
doch es störrt mich nicht, da ich mir nicht vertrau´.
Könnte finden Dinge, die ich lieber vergaß,
Könnte finden Kummer, den ich in mich reinfraß.

Könnt´ auch finden Gefühle, die ich mir nicht eingesteh´,
oder solche, die nach Jahren noch tuen weh.
Müßte aktiv mein Leben selbst gestalten,
müßte entscheiden, welche Dinge sich lohnen zu halten.

Müßte plötzlich erkennen, daß das Leben so ist,
wie ich selbst es gestalte, müßte sehn, wie du bist.
Würde haben Probleme und auch Sorgen vielleicht,
und was hätte ich dann für mein Leben erreicht?

Würde Hilfe dann brauchen, müßte suchen sie mir,
weiß nicht, würd´ ich sie finden dann wirklich in dir?
Weiß nicht, ob ich sie von dir auch haben will,
horch jetzt in mich, erst Tosen und dann wird es still.
Glaube noch, es ist besser, das Geheimnis zu hüten,
wird überwuchert von Unkraut und von Blüten,
Viele Gärtner stehen Schlange, keiner wird mir seien recht,
mein Geheimnis zu hüten, das find ich nicht schlecht.

Nur eines läßt mich nicht mehr ruhig schlafen,
wofür nur will ich mich eigentlich strafen?
Gefühle sind menschlich und ich bin es auch,
möchte eigentlich spüren Schmetterlinge im Bauch.

Mein Geheimnis, mein Schatz ist so gut versteckt,
daß nichts und niemand ein Gefühl entdeckt.
Das Problem darin ist, daß ich selbst es kaum seh´,
und gefühlsmäßige Regungen nicht versteh´.

Einstmals rietest du mir, ich solle selbst mich erkennen,
ich würde sonst die Chance meines Lebens verpennen,
Stieß auf Verständnis, Vertrauen, Geborgenheit, Wärme,
und würde es nicht merken, daß ich dafür schwärme.

Zweifel

Glücklich bin ich und auch nicht,
habe vor mir dein Gesicht.
Doch es läßt sich nicht erkennen,
ob in dir auch Wünsche brennen.
Lese vor dir, von mir ein Gedicht,
tu´ einfach so, als beträf´ es mich nicht.
Versuche mich lächerlich zu machen,
wär´s nicht so traurig´, ich würde glatt lachen.
Natürlich, was dasteht, das meine ich schon ehrlich,
doch ist dieses Spiel nicht ganz ungefährlich.
Ich hab´ so viel Angst mich zu blamieren,
müßt mich unendlich sogar genieren,
denn ich zeige von mir dir geheimste Dinge,
manchmal bild´ ich mir ein, daß ich dich zwinge,
nachzudenken über Dinge, die dich nicht interessieren,
ich hab´ solche Angst, dich zu verlieren.
Werde niemals wissen, wie du denkst über mich,
werde niemals wissen, ob du vermissest mich.
Bin so glücklich, wenn mich deine Stimme erreicht,
und bin traurig, wenn meine Seele nicht deiner gleicht.
Fühle oft, daß du standhaft mich nicht verstehst,
Habe Angst, daß du dich umdrehst und dann einfach gehst.
Kann dir nicht einmal sagen, was ich eigentlich will,
Lautes Flüstern, zartes Dröhnen und dann ist es still.
Fühl mich gut, wenn du hältst mich in deinen Armen,
möchte einfach so verharren, oh hab doch Erbarmen.
Ich weiß nicht, wär es endlose Zweisamkeit,
die mich von meinen Zweifeln befreit?
Oder tut mir deine Nähe nur einfach gut?
Ich kann dir nur sagen, ich bin auf der Hut.
Habe einstmals dir ein Versprechen gegeben,
und ich werde in diesem Sinne leben.
Doch leichter würde mir vieles fallen,
wenn ich wüßt, warum komme ich erst nach allen
für dich in Betracht, wissen möchte ich es – ehrlich.
Ja ich weiß, auch der Wunsch ist sehr gefährlich.
Willst du mich nicht verletzten, daß du mir es nicht sagst,
willst du gar nicht mehr wissen, daß du mich nicht fragst?
Hast du Angst vor Gefühlen, die du tief in der spürst,
hast du Angst, daß du die Kontrolle verlierst.
Wenn ich so an dich denke, mach ein Bild mir von dir,
glaub ich manchmal zu wissen, es geht dir ähnlich, wie mir,
und ich denk an das Lied von den Königskindern,
an deren Glück sie „nur“ Gewässer hindern.